Europäischer Evenspreis für die Stiftung Friedenserziehung
Am Dienstag, 18. Dezember 2001 wurde der Europäische Evenspreis
während einer internationalen Konferenz in Gent zum Thema “Rassismus in der
Stadt” an die Stiftung Friedenserziehung aus Utrecht verliehen. Damit wird
die Arbeit der Stiftung im Bereich der Interkulturellen Ausbildung im In- und
Ausland geehrt. Der erste Platz für das beste Europäische Projekt im Bereich
der interkulturellen Ausbildung wird geteilt mit dem Steunpunt
Interkulturelle Ausbildung der Universität Gent
Georg Evens
Die Evens
Stiftung arbeitet im Gedächnis und mit dem Vermächtnis von Georg Evens, einem
Geschäftsmann mit jüdisch-polnischer Abstammung. Einige Jahre nach dem Ende
des Zeiten Weltkriegs hatte er sich mit seiner Frau in Antwerpen
niedergelassen. Er setzte sich in Wort und Tat für ein friedliches und
multikulturelles Europa ein. Die Evens Stiftung unterstützt und entwickelt
seit 1996 Projekte im Bereich der interkulturellen Erziehung und
verschiedener künstlerischer Formen, wobei der Europäische Gedanke von
Zusammenarbeit und Friede im Mittelpunkt steht.

Prof. Dr. Jaghdish Gundara, Vorsitzender der Jury
des Evens Peises gibt eine Zusammenfassung des Juryberichts bei der
Verleihung des Evenspreises an die Stiftung Friedenserziehung und den
Steunpunt Interkulturelle Ausbildung der Universität Gent.
Jurybericht
Die internationale Jury hob in ihrem Bericht die hohe
Qualität der Projekte in Utrecht und Gent hervor und stellte fest, dass sie
sich gegenseitig ergänzen und auf einer Linie liegen. Der Steunpunt ICO hat
in den vergangenen Jahren dutzende Lehrkräfte und Kurse angeboten, wodurch
die Art des Lernens in der Schule eine neue Dimension bekommt. Es ist eine
Form von innovativer Projektausbildung, die sich aus der Verschiedenheit der Kinder im Bezug
auf kulturelle und sozio-ökonomische Hintergründe sowie den Lehrstilen
ergibt.
Interaktive Ausstellungen
Die Stiftung Friedenserzeihung erhält den
Preis für die interaktiven Ausstellungen, die sie in den vergangenen Jahren
in West-Europa und in Rußland entwickelt hat. In den Niederlanden reist seit
1994 die Ausstellung “Fremd is anderen sehr vertraut” und seit 1996 der
“Vertraut – Fremd Express”. Im Jahr 2000 wurde dieser umgewandelt zum
“GEWALTig Express”. Im April 1999 wurde im Fort De Bilt ein
“Erinnerungszentrum für die Zukunft” eröffnet. Dieses Zentrum ist eine Art
“Labor”, in dem neue Arbeitsformen und Lehrmittel entwickelt werden um mit
Kindern die Geschichte des Zweiten Weltkriegs zu bearbeiten. Kinder und
Dozenten werden mit dem eigenen Verhalten und Erfahrungen, sowie mit dem
Verhalten und den Erfahrungen anderer Menschen konfrontiert. Vorurteile,
Sündenböcke, Einsatz gegen Unrecht und Einsatz für die Menschen der Welt
stehen dabei im Vordergrund.
Internationale Debatte
Die Jury des Evenspreises will mit der Auszeichnung der
beiden Institutionen die Debatte zu interkulturellen Erziehung stimulieren
und sieht als Ziel die Stärkung der Qualität der Projekte. Darum ist mit dem
Preis auch ein Erfahrungs- und Wissensaustausch verbunden. Inzwischen haben
zwischen den beiden Gewinnern des Preises bereits zwei Treffen in Gent und
Utrecht stattgefunden. Eine abschließende Debatte wurde in Antwerpen
organisiert. Die Ergebnisse dieser Debatten sind in einer englischsprachigen
Broschüre zusammengefasst worden, die für Interessenten verfügbar ist.
Geu Visser und Jan Durk Tuinier
mit dem Evenspreis, der am 18. Dezember 2001 in der Aula der
Reichsuniversität Gent überreicht wurde. Der Preis besteht aus einem
Geldbetrag und einer Bronzeskulptur, die zwei Personen darstellt, welche sich
die Hände reichen und so eine Brücke formen.
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